Hühnerfrikassee mit Erbsen und ReisAls Kind mochte ich Hühnerfrikassee sehr, das hab ich noch sehr gut in Erinnerung. Umso seltsamer, dass ich es seit meiner Kindheit, also seit etwa 15 Jahren, auch nicht mehr gegessen habe. Mit 13 hab ich beschlossen – sehr zur Freude meiner Eltern… – Vegetarierin zu werden. Das habe ich dann fast 10 Jahre lang durchgezogen, bevor ich mich langsam wieder an Geflügel rangetastet habe, einfach, weil die Chicken Wings an diesem einen Abend so verdammt lecker rochen, dass ich einfach mal reinbeißen musste. Seltsames Gefühl, nach so langer Zeit, aber seither esse ich immer lieber Geflügel und teilweise auch etwas Schweinefleisch in Form von z.B. Parmaschinken oder Schinkenspeck. Zu mehr konnte ich mich bisher nicht bewegen, sehe aber auch keinen Grund dazu. Solange ich es nicht vermisse, muss ich es auch nicht essen. Jedenfalls steht mir bei diesem kalten, schneereichen Winterwetter ganz schön der Sinn nach Essen, das von innen wärmt und ich versuche mindestens 1 Suppe oder Eintopf pro Woche in unseren Menüplan einzubauen. Und so fiel mir vor kurzem plötzlich das Hühnerfrikassee wieder ein. Mamas Hüherfrikassee. Also schnell Mama nach dem Rezept gefragt und heute nachgekocht. Allerdings etwas abgewandelt – ich habe der Einfachheit halber nur Hühnerbrustfilet statt einem ganzen Hühnchen genommen und mehr Gemüse reingeschnippelt, als traditionell bei ihr reinkommt. Es gab eine Menge knackiger Erbsen (davon bin ich normalerweise auch nicht der größte Fan, aber hier mussten sie einfach rein), frische Karotten und ein halbes Bund Frühlingszwiebel. Zusammen mit dem Hühnchen und der sahnig-kräftigen Soße war es wirklich sehr lecker!

Für gute 3 Portionen:

In einem mittelgroßen Topf Wasser zum Kochen bringen und Hühnerbrühe einrühren. 2 Hühnerbrustfilets in die Brühe legen undmit Deckel auf dem Topf im heißen, nicht mehr kochenden Wasser ziehen lassen, bis sie durch sind (das dauert etwa 20 Minuten, je nach Größe). Wenn sie gar sind aus der Brühe nehmen und auf einem Teller kurz auskühlen lassen, die Brühe in einen Messbecher gießen.
Im selben Topf eine Mehlschwitze herstellen. Dafür ca. 20g Butter schmelzen lassen, 2 EL Mehl mit dem Schneebesen einrühren und schluckweise mit der Hühnerbrühe aufgießen bis eine sämige, aber nicht zu dicke Soße entsteht. Abschmecken und ggf. mehr Brühe und/oder Salz hinzufügen. Dann eine gute Hand voll Erbsen, 2 – 3 in Scheiben geschnittene Karotten und ein halbes Bund Frühlingszwiebeln dazu geben. Das Hühnchen mit einer Gabel zerrupfen und auch mit rein, alles nochmal kurz aufkochen lassen, dann einen halben Becher Sahne dazu und das Frikassee mit frisch geriebenem Pfeffer und Muskat sowie dem Saft einer halben Zitrone abschmecken. Ich habe außerdem noch getrockneten Rosmarin rein, frische Petersilie passt bestimmt auch ganz gut. Das Frikassee mit Reis servieren.