Bisher habe ich die Sprossenecke im Bioladen immer links liegen gelassen. Ich bin, wie ihr ja wisst, zwar verhältnismäßig schon etwas “öko” drauf, aber Sprossen waren mir bisher doch irgendwie too much. Keine Ahnung, warum. Tja, was soll ich sagen – ich war doof. Wirklich darüber nachgedacht, warum manche Menschen so auf Sprossen abfahren habe ich nie und hätte ich das mal, wäre ich sicher früher schon auf die Idee gekommen, ihnen mal eine Chance zu geben. Meine Neugierde war allerdings geweckt, als ich von der Existenz von Quinoasprossen gehört habe. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, wo ich sie das erste Mal gesehen habe, aber plötzlich schienen sie überall zu sein. Irgendwann war ich – als alter Quinoafan – einfach zu neugierig, habe mir im Bioladen ein Sprossenglas geholt, Quinoa gut gewaschen, ins Glas gegeben, ab und zu gewässert, abgegossen und 2 Tage gewartet. Und siehe da: es bilden sich tatsächlich Sprossen! Ich war völlig aus dem Häuschen! Als ich dann davon probiert habe, war ich zuerst seeeehr skeptisch – ich hatte mit harten, geschmacklosen, eventuell sogar etwas bitteren Körner gerechnet aber nein: Die Sprossen schmecken so, wie Sprossen eben schmecken; frisch und knackig (aber nicht hart) und einfach nur lecker. Ich war echt verblüfft. Ok, war wie gesagt mein erster Sprossenversuch aber damit hätte ich nicht gerechnet. Dass ein bisschen Wasser, Luft und Warten so etwas vollbringt… da sieht man mal, wieviel “Leben” so in unseren Vorratsgläsern schlummert :) Und wusstet ihr, dass Bohnen, Samen und Getreide, sobald man ihnen etwas Zeit, Wasser und Luft zum Keimen gibt, innerhalb von Stunden um ein Vielfaches mehr an Vitaminen, Eiweißen und Mineralien reicher werden, wie wenn man sie gekocht essen würde? Wer mehr Infos und eine einfache Anleitung zum Keimen haben möchte, kann mal hier reinschauen – witzigerweise ist auf den Fotos das gleiche Sprossenglas zu sehen, das ich auch habe. Jedenfalls wollte ich die Sprossen natürlich gleich verarbeiten und da passte es ganz gut, dass ich vor hatte, irgendeine Art fruchtigen Wildreissalat zu machen. Noch so ein Novum für mich: Wildreis.
Eigentlich handelt es sich dabei nicht um “richtigen” Reis sondern um die Samen einer Wasserpflanze, die hauptsächlich an sauberen und klaren nordamerikanischen und kanadischen Seengebieten wild wächst. Da er nur natürlich wächst, nicht industriell angebaut wird (zumindest nicht der echte Wildreis) und die Ernte sehr aufwändig ist, ist er nicht gerade billig, dafür aber eben etwas ganz besonderes. Er ist eine kleine Delikatesse und man geht dementsprechend sparsam mit ihm um. Normalerweise mischt man ihn entweder mit anderen Reissorten oder nutzt ihn als einen Teil für Füllungen mit Gemüse, Fleisch oder wie ich hier im Salat.
































