Dieses Jahr bin ich in der Weihnachtsbäckerei ein wenig experimentell. Es gibt keine üblichen Ausstecher, keine Marmeladenplätzchen oder Vanillekipferl, irgendwie wollte ich mal was anderes. Gut, Zimtschnecken sind jetzt nicht gerade exotisch, aber zu weit weg von den traditionellen weihnachtlichen Geschmacksrichtungen wollte ich auch nicht gehen. Bei diesem Rezept hatte ich die schwedischen Kanelbullen, Zimtbrötchen mit Kardamom, im Hinterkopf, die ich schon ewig mal machen wollte. Da es bisher einfach noch nicht klappen wollte, habe ich daher jetzt einfach mal meinen üblichen Plätzchen-Ausstecher-Mürbteig leicht zweckentfremdet, ihn ausgerollt, mit etwas Butter bestrichen, dann eine Mischung aus braunem Zucker, Kardamom und frisch gemahlenem Zimt darauf gestreut, aufgerollt und in Scheiben geschnitten und voilà, fertig sind die Zimt und Kardamom Schnecken. A propos frisch gemahlener Zimt: seitdem mein Liebster mir vor einigen Wochen eine antike Kaffeemühle ergattert hat, mahle ich Zimt und Kardamom (und ich hoffe, dass noch viele andere Gewürze folgen werden) selbst und führe mich dabei jedes Mal auf wie ein Kind an Weihnachten. Ja, ich denke, ich kann durchaus sagen, dass das Gewürze selbst mahlen für mich eine kleine Offenbarung ist ;) Es ist einfach un.glaub.lich, was das für einen Unterschied macht im Gegensatz zum gekauften Pulver, das schon monatelang im Regal darauf gewartet hat, endlich mitgenommen zu werden. Gerade bei Zimt bin ich völlig hin und weg, mein Mann hat z.B. steif und fest behauptet, dass in dem Apple Pie, den ich ihm neulich zum Geburtstag gemacht habe, “definitiv noch etwas anderes” drin sein muss als “nur” Zimt. Die Aromen waren so vielfältig, irgendwie frischer und sogar leicht zitrusartig. Aber zurück zu den Zimtschnecken. Sie schmecken genauso zimtig und mit einer leichten Kardamomnote, wie ich sie haben wollte. Übrigens habe ich seit dem selbst Gewürze mahlen auch das 1. Mal die (ebenfalls fast schon antike) Moulinette meiner Oma entstaubt, die sie uns damals für unsere erste Wohnung geschenkt hat, die ich aber vorher nie zu benutzen wusste. Ich schätze, sie ist noch aus den frühen 70ern und hat einen französischen Originalkarton, echt ein Kracher, das Teil. Und geht ab wie ein Mini Vitamix, ich war echt ganz schön erstaunt… so scharfe Messer noch nach so vielen Jahren, so muss das sein.
































