Aus dem Leben Baby & Kind

Daheim mit Kind

17. März 2020

Daheim mit Kind während CoronaSchulschließungen. Kindergartenschließungen. Ängste und Sorgen, Toilettenpapiermassenpanik und Shutdowns ganzer Länder. Es herrscht eindeutig globaler Ausnahmezustand und ist stellenweise surreal. Die Corona Pandemie lässt uns so manch alltägliches neu überdenken und wirbelt von der Arbeit bis hin zu den Sozialkontakten bei den meisten Leuten alles gehörig durcheinander. Und ich muss gestehen: Neben so einigen anderen offensichtlichen Dingen, hat uns auch der Gedanke an eine wochenlange komplette Kindischließung in Kombination mit Home Office Respekt eingeflößt. Vor allem weil wir wussten, dass die Omas und Opas, die die Betreuung sonst während den Ferienzeiten tatkräftig unterstützen, nun ebenfalls ausfallen – zu hoch ist uns das Risiko. Wir arbeiten beide seit Jahren von Zuhause aus, der Punkt war also nicht neu, neu ist aber, dass nun auch 24/7 unsere Dreijährige mit dabei ist, was sowohl Konzentration und Produktivität, als auch die Geduld aller während den Arbeitszeiten mehr fordert. Als die Schul- und Kindergartenschließungen bekannt gegeben wurden, haben wir überlegt, wie wir die kommenden Wochen möglichst entspannt für alle Beteiligten organisieren könnten. Hier unsere Gedanken dazu:

1) Einen Rhythmus aufstellen. Wer uns kennt weiß, dass dieses Thema bei uns großgeschrieben wird, hier hatte ich vor einiger Zeit bereits mehr dazu geschrieben. Auch little Miss P.s Kindergarten legt sehr viel Wert darauf, weshalb direkt klar war, dass wir ihr auch für den Vormittag, den sie normalerweise extern betreut verbringt, eine klare Struktur anbieten wollten, an der sie etwas Halt finden kann. Der Liebste und ich wechseln uns mit der Betreuung ab und haben vormittags Zeitblöcke von je rund 2 Stunden erstellt.

2) Vorbereitung ist die halbe Miete. Innerhalb dieser Zeitblöcke bieten wir ihr neben dem üblichen Freispiel, bei dem sie sich komplett allein beschäftigt und das erfahrungsgemäß am besten am frühen Morgen funktioniert, zusätzlich für jeden Wochentag eine kreative Idee zur Auswahl an: Malen (mit Wasserfarben, Stiften oder Wachsmalkreiden), kneten (gerne auch mal inklusive Förmchen und Teigroller), schneiden/basteln, puzzeln usw. Auch das kann sie überwiegend allein, mit einem von uns am Tisch erledigen, wir arbeiten quasi nebeneinander und parallel an unseren jeweiligen Dingen. Wer mehr sucht, auf Pinterest gibt es haufenweise Spielideen, viele davon auch saisonal. Nur bedenkt bitte: Das ist nicht die Zeit ist für Perfektion. Hier halten momentan schlicht ein paar ausgedruckte Malbilder und leere Klopapierrollen zum schneiden und verzieren her (daraus wurde mit viel Fantasie neulich eine Weltraumrakete) – es geht nicht darum, einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen, sondern darum, dass die Kinder Spaß an ihrer Arbeit haben und freudig und frei in ihre Fantasiewelt eintauchen. Der schöne Nebeneffekt: Je mehr Spaß sie haben, desto länger sind sie in der Regel damit beschäftigt und umso ungestörter können Mama und Papa parallel dazu arbeiten.

3) Bücher, Bücher, Bücher. Am letzten Wochenende haben wir uns kurz vor der wer-weiß-wie-lange-andauernden-Schließung in der Bücherei noch mit einigen frischen Büchern eingedeckt um einen weiteren vormittäglichen Zeitblock abzudecken. Ein Mix aus Vorlesebüchern, aber auch Bilderbücher zum anschauen sowie Sach-/Erklärbücher zu den Themen Natur, Jahreszeiten und Frühling, die man zuerst gemeinsam und sie danach alleine durchgehen kann. Wir wechseln unsere eigenen Bücher daheim gerne saisonal aus, ein Favorit passend zum Frühling ist z.B. dieses hier* oder das schöne, klassische Ein Jahr in der Natur*. Zusätzlich zu den Büchern gibt es bei Bedarf Hörspiele (auf Spotify momentan „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ oder Janosch) oder Kinderlieder. Und wenn alle Stricke reißen, darf es gerne auch mal das iPad sein (hier mögen wir u.A. Oona und Baba auf Netflix, Tilda Apfelkern und die Sendung mit der Maus).

4) Den Frühling nutzen. Als hätte es die Natur gewusst, verwöhnt sie uns direkt in der ersten Shutdownwoche mit dem Frühlingsbeginn. Die Bäume fangen an zu blühen, die Narzissen schießen überall heraus, draußen ist es mild, sonnig und der Himmel wattewölkchendekoriert. Also: Nichts wie raus! Solange es noch problemlos geht. Egal ob spazieren, (Lauf)rad fahren, Kreide malen, Matschsuppe kochen, Seifenblasen pusten oder fürs erste Picknick dieses Jahr. Solange der Mindestabstand eingehalten wird, sollte das kein Problem sein. Kinder und Eltern lüften tut immer gut, zudem sind frische Luft und Sonne dem Immunsystem ebenso zuträglich wie Körper und Geist.

5) Langeweile ist auch mal gut. Bei aller Vorbereitung darf das nicht vergessen werden. Die größte Kreativität kommt manchmal aus der irrsinnigsten Langeweile, das kenne ich selbst noch aus meiner eigenen Kindheit. Es geht schließlich nicht darum, Kinder nonstop und proaktiv zu beschäftigen, sondern darum, einen gewissen Rahmen, eine leichte Struktur anbieten zu können, innerhalb derer sie sich frei und nach eigenen Wünschen bewegen können.

6) Langsam machen. Diese Ausnahmesituation ist aus vielerlei Richtungen nervenzehrend genug, da muss man daheim nicht auch noch pausenlos durch den Tag hetzen. Tief durchatmen, alles mal in einem langsameren Tempo machen und sich dem Kind angleichen funktioniert da für uns am Besten. Klar, Haushaltsdinge – inklusive kochen – dauern meist doppelt so lange mit Kind, aber hey, ist nicht gerade so, als müsste ich heute noch irgenwo hin… zudem ist es so, dass besonders kleine Kinder es oft lieben, sich nützlich zu machen und so haben wir die letzten Tage bereits besonders viel zusammen – im Schneckentempo, dafür umso harmonischer – „abgearbeitet“ oder Smoothies gemixt, Snacks zubereitet und gekocht. Inklusive Pausen für sponante Dancesessions.

7) Nett zueinander sein. Ja, es wird stellenweise schwerfallen. Nur: Wir sind alle in der gleichen Lage und schlechte Laune bringt einen auch nicht weiter. Im Zweifelsfall erst mal kurz durchatmen bevor prompt zurückgeschossen wird, daran denken, dass diese völlig neue, fremde Situation den anderen – inklusive Kindern! – momentan ebenso zu schaffen macht und es einfach mal gut sein lassen.

Die Nachmittag werden weiterhin wohl überwiegend laufen wie bisher, auch hier haben wir einen bestimmten Rhythmus, der sich mit den Wochentagen ändert. Wir versuchen unter der Woche immer nachmittags recht viel im Haushalt zu erledigen, so dass am Wochenende viel Familienzeit bleibt. Little Miss P. ist das bereits gewöhnt und meist motiviert mit dabei, wenn es ums Wäsche aufhängen, staubsaugen, Bad putzen usw. geht.

Zusätzlich haben wir uns ein paar Dinge überlegt – überwiegend für die Wochenenden – um in den kommenden 5-6 Wochen gemeinsam den Frühling zu feiern und die ausfallenden Ostervorbereitungen im Kindergarten ein bisschen ersetzen zu können. Hier ein paar Ideen:

  • Hochbeete aussäen, mit Blumen für die Bienen und Gemüse für uns
  • Osterzweige basteln und schmücken, Osterdeko verteilen
  • Osterzopf und/oder Hefehasen backen
  • Ausmalbilder mit Oster-/Frühlingsthemen online finden (Pinterest?) und drucken
  • Ostereier färben
  • Sprossen ziehen
  • Wasserspiele (mit den Spielsachen aus der Badewanne) in einer großen Kiste draußen in der Sonne

Momentan ist unsere Kleine sehr traurig, dass der Kindergarten erst mal „Ferien“ hat und sie sowohl Großeltern als auch Freunde deutlich weniger sieht. Und wer kann es ihr verübeln? Wir hoffen aber, dass wir die kommenden Wochen mit ein bisschen Vorbereitung und Struktur einigermaßen gut hinbekommen werden. Und falls mal wieder einer dieser Tage ist, heißt es einfach: Tiiief durchatmen und Geduld üben… wir versuchen es trotz der Einschränkungen, wieviele da auch noch kommen mögen, positiv zu sehen und die Extrazeit mit unserer Kleinen zu genießen – schließlich ist das wohl die perfekte Gelegenheit für noch mehr kuscheln und um voneinander lernen zu können.

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