Sommer Süßes

Fermentierte Beeren-Limo

23. August 2015

Fermentierte Beeren-Limo {flowers on my plate}
Also eigentlich heißt dieses Rezept traditionell gesehen ja Kvass – aber „Fermentierte Beeren-Limo“ hört sich doch irgendwie gleich viel netter an, oder was meint ihr? Das 1. Mal darauf gestoßen bin ich bei den Green Kitchen Stories und seither habe ich schon so einige Limos zubereitet. Das Schöne dabei ist nämlich, dass es ein super Weg ist, um euch die guten Milchsäurebakterien zuzuführen. Ja genau, die aus der schlechten Fernsehwerbung. Nur dass das in unserem Fall auch vegan möglich ist und vor allem mit viel weniger Zucker. Und ach ja, leckerer ist es selbstverständlich auch noch. Wer mehr über Milchsäurebakterien erfahren und mal auf verständliche Art den Verdauungsapparat erklärt haben will, dem kann ich wärmstens eine sehr schön geschriebene Lektüre dazu empfehlen. Letztes Jahr hab ich das Buch quasi in einem Rutsch verschlungen und seither erzähle ich jedem, der es hören oder auch nicht hören will, dass der Darm ein völlig unterschätztes und total intelligentes Organ ist. Kommt super auf Dinnerparties sag ich euch. Aber zurück zur Limo. Gerade jetzt im Sommer bin ich quasi im Kvass Dauermodus. Das ganze frische Sommerobst lässt sich nämlich prima mit Wasser, etwas Honig und wer mag noch Kräutern oder Ingwer fermentieren. Ist alles ganz easy, ihr braucht nur etwas Geduld – 2-3 Tage sollte das Ganze schon ruhen. Das Endprodukt schmeckt leicht süß-prickelnd-aromatisch nach der Frucht, die ihr eingelegt habt, ein Hauch säuerlich (dank der guten Milchsäurebakterien) und zischt leicht beim Aufmachen – wie es eben sein soll bei einer guten Limo.

Fermentierte Beeren-Limo
 
Autor:
Für: Für 1 Glas mit ca. 750ml
Zutaten
  • Reifes, frisches Bio-Obst, das ca. ¼ des Glases füllt. Z.B. eine gute Handvoll Beeren nach Wahl oder 1 Nektarine oder 2-3 Aprikosen oder 1 Apfel etc.
  • 1 EL Honig, nicht pasteurisiert
  • wer möchte: frische Kräuter (Minze oder Rosmarin ist toll bei Erdbeere) oder ein Stück Ingwer
  • Stilles Wasser*
  • ggf. 1 EL frische Molke**
Zubereitung
  1. Das Obst kurz abwaschen, ggf. in Stücke schneiden (Erdbeeren können halbiert oder geviertelt werden) und zusammen mit dem Honig in ein großes sauberes Schraubglas geben.
  2. Kräuter oder Ingwer in Stücken dazu geben. Alles mit Wasser aufgießen, dabei oben mind. 1 cm Luft lassen, damit die Kohlensäure Platz hat. Gut schütteln oder mit einem sauberen Löffel umrühren, damit der Honig sich auflösen kann.
  3. Glas verschließen und für 2-3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dabei 1-2 Mal täglich durchschütteln. Nach 2 Tagen könnt ihr mal davon probieren, wenn sich bereits Kohlensäure gebildet hat und euch der Geschmack zusagt, könnt ihr Obst und Kräuter / Ingwer entfernen und die Limo nun für ca. 1 Woche im Kühlschrank aufbewahren. Ansonsten noch 1-2 Tage weiter fermentieren lassen
Notizen
*Anfangs hatte ich gekauftes stilles Wasser aus Glasflaschen dafür benutzt, da wir bei uns aber Leitungswasser von einer super Qualität haben, bin ich irgendwann darauf umgestiegen und es hat genau so gut geklappt

**die Molke ist nicht zwingend notwenig, ich habe es schon zig Mal ohne gemacht. Eines Abends habe ich dann aber 400ml Naturjoghurt in einem Käsetuch über Nacht aushängen lassen, weil ich eine cremigere griechischer Joghurt-Konsistenz daraus haben wollte. Das abgetropfte Wasser in der Schale darunter ist Molke, voll von den guten Milchsäurebakterien. Anstatt sie wegzuleeren, habe ich einen Teil meiner aktuell angesetzten Limon hinzugefügt und den Rest der Molke im Kühlschrank aufbewahrt (problemlos ein paar Tage haltbar). Will sagen: wenn ihr gerade frische Molke da habt, verwendet sie sehr sehr gerne, ist aber nicht zwingend nötig.

Rezeptquelle: adaptiert von den Green Kitchen Stories

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16 Kommentare

  • Antworten Krisi von Excusemebut... 23. August 2015 at 14:54

    Was so einfach geht das? Ich bin direkt perplex…Das muss ich unbedingt probieren!Ich dachte da werden jetzt sicher extra irgendwelche Bakterien in Pulverform zugesetzt oder so;) Eine tolle Idee…Muss ich mir unbedingt abspeichern, dass es ich es nicht wieder vergesse=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    • Antworten Krisi von Excusemebut... 23. August 2015 at 14:58

      Ich habe gerade gesehen das alle anderen Kwas Rezepte noch Hefe oder ähnliches verwenden, braucht es das nicht?

      • Antworten Dani 23. August 2015 at 16:36

        Hallo Krisi, bei manchen braucht es wohl eine kleine Starthilfe in Form von Molke oder Hefe, aber bei mir hat es bisher auch immer ohne funktioniert. Wichtig: Bio Obst nehmen und kurz waschen, nicht klinisch rein schrubben. Der beigefügte Honig ist der Zucker, den die guten Bakterien auf dem Obst für ihre fleißige Arbeit brauchen 🙂 Bei uns hat das immer super ausgereicht. Viele Grüße und viel Spaß damit!

  • Antworten Julia 23. August 2015 at 19:02

    Liebe Dani, auf so ein Rezept hab ich gewartet! Das klingt ganz wunderbar und wird gleich angesetzt. Ich hab nämlich noch frische Mirabellen im Kühlschrank, die werden sich da doch bestimmt auch gut drin machen, oder? Bei mir wird ab morgen übrigens auch wieder mit dem Fermentieren experimentiert, ich bin mal gespannt, was dabei rauskommt 🙂
    Liebe Grüße <3
    Julia

    • Antworten Dani 23. August 2015 at 20:56

      Oh Mirabellen hören sich traumhaft an, meine Liebe! Und ich bin schon super gespannt, was bei dir so fermentiert wird… Ich muss bald auch mal wieder Kohl ansetzen 🙂 Liebe Grüße!

  • Antworten Anke 23. August 2015 at 19:48

    Ihr Lieben, das hört sich so wunderbar lecker an! Habe soeben ein Glas mit wilden Pflaumen angesetzt und bin jetzt schon sehr neugierig auf das Ergebnis… Ich melde mich dann in zweidrei Tagen nochmal 😉 Danke für die vielen hübschen Inspirationen und Gaumenfreuden, mein Herz hüpft jeden Sonntag immer, wenn ich nach euren neuen Einträgen schaue!

    • Antworten Dani 23. August 2015 at 20:58

      Aww, wie lieb von dir Anke! Und: da sind wir gleich 2, ich habe heute Mittag auch schon wieder das nächste Glas angesetzt 🙂 Diesmal mit Brombeeren Erdbeeren und 2 Minzblättern. Pflaumen sind sicher auch super, das muss ich bald mal testen! Liebe Grüße!

  • Antworten Ylva 24. August 2015 at 9:04

    Mhh… Ihr Lieben – das klingt traumhaft! Ich mag es ja auch sehr gerne, wenn die Limos nicht so super süß nicht, sondern im Gegenteil noch eine schöne Säure haben. Kurzum: Ich muss das mal testen! 🙂
    Selbst gemachte Limo steht ohnehin schon lange auf unserem Plan.
    Ganz liebe Grüße,
    Ylva

    • Antworten Dani 24. August 2015 at 18:16

      Hallo meine Liebe, ja, ist zum Glück wenig süß, so mag ich das 🙂 Und das feine Beerenaroma passt auch super dazu. Liebe Grüße!

  • Antworten howbigarethesmallthings 24. August 2015 at 11:47

    Jaaa ich will das machen! Da wandern meine frischen Brombeeren heute Abend gleich mal rein. Welche Kräuter würden da wohl dazu passen? Basilikum?

    • Antworten Dani 24. August 2015 at 18:16

      Aber HOLLA! Beeren und Basilikum sind immer eine tolle Kombi, das wird sicher super 🙂 Viel Spaß und happy schlürfing wünsch ich dir!

  • Antworten Lena 24. August 2015 at 16:50

    Das klingt so schön und einfach!
    Am Wochenende gehen wir Beerenpflücken und dann werde ich so eine kleine Limo von dir ansetzen! Das Foto ist übrigens ganz wundervoll!
    Eine schöne Woche und liebste Grüße
    Lena

    • Antworten Dani 24. August 2015 at 18:17

      Oh danke dir, liebe Lena! Sollte ursprünglich eigentlich nur ein Schnappschuss für Instagram werden, aber das Thema wurde so oft nachgefragt, dass ich es jetzt doch mal verbloggen musste 🙂 Dir auch eine schöne Woche und liebe Grüße!

    • Antworten howbigarethesmallthings 26. August 2015 at 16:32

      Es funktioniert! Ich habe Brombeeren und Basilikum genommen wie angekündigt. Die fermentieren nun seit gestern in einer leeren, gewaschenen Tomatensugo-Flasche (die habe ich immer auf, sind so praktisch auch im Saucen aufzubewahren…). Vorhin konnte ich es nicht mehr aushalten und habe einen klitzekleinen Schluck probiert. Es brizzelt schon ein bisschen und schmeckt so angenehm fruchtig mit sehr milder Säure. Ein Traum!

      • Antworten Dani 26. August 2015 at 17:57

        Juhuuu, eine neue Kvass-Anhängerin! 🙂 Mein Glas wurde heute Mittag auch abgesiebt und wartet seither im Kühlschrank (habe es am Sonntag angesetzt). Dir noch viel Spaß damit!

  • Antworten Klaus-Peter Baumgardt 15. Januar 2016 at 21:20

    Eure Methode des zuckerarmen fermentierten Getränks gefällt mir, daneben gehen auch diverse Kombinationen mit Kombucha.
    Diesen Artikel hier hatte ich unter
    http://portionsdiaet.de/rezepte/geheimnis-der-wirklichen-erfrischungsgetranke-samt-beispielen
    verlinkt, aber ein Pingback scheint nicht angekommen zu sein.

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