Aus dem Leben

September Gedanken

9. September 2018

Da sind wir wieder – und es fühlt sich gut an. In den letzten Monaten vor der Pause blieb neben Familienleben, Alltag und Arbeit wenig Zeit für Kreatives. Das ist völlig ok so und ganz normal, aber auch nach 2 Jahren muss ich mich immer noch daran gewöhnen, zwischendurch mal los zu lassen und nichts erzwingen zu wollen – auch wenn der so sorgfältig geschmiedete Redaktionsplan das eigentlich ganz anders sieht. Manchmal muss man einfach mit schwimmen und los lassen, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Denn eins ist klar: Wenn viel im außen los ist – und sei es auch noch so schön – bleibt zum reflektieren und inspirieren lassen schlicht zu wenig Zeit.

So kam es also zur Pause. Weniger Internet und Social Media. Und es hat gut getan. Der Sommer war wie gewünscht schön planlos und voller Improvisationen. Egal ob beim Abendessen oder bei der Freizeitgestaltung, im Kleinen wie im Großen. Da wurden die Bettzeiten immer später und dafür zahllose (Nach)Mittagsschläfchen gemacht. Die tägliche Koch-Zeremonie wurde des öfteren durch sommerliche Abendspaziergänge und kalte Küche eingetauscht und überhaupt war vieles anders als sonst – es hat sich tatsächlich ein bisschen angefühlt wie früher in den Ferien. Dennoch ist eigentlich auch viel passiert. Ich bin Tante geworden (!!). Wir haben 2 wunderbare Jahre mit Polly gefeiert. Wir haben einen biologisch-dynamischen Heilgarten bestaunt, waren spontan in den Bergen campen mit Omas und Opas neuem Wohnmobil und kamen mal wieder zum Bücher lesen (abgesehen von denen, die im Kinderzimmer liegen und täglich „gelesen“ werden, versteht sich). Wir saßen lange im Garten und haben angefangen, unsere Neuseeland-Route  zu planen. Wir haben Date-Nights genossen und uns tagsüber des öfteren hauptsächlich von Steinobst, Joghurt, Melonen, Eis und Beeren ernährt. Es gab lange und meist zu späte Film-Abende vor einem laufenden Ventilator, ein bisschen aufräumen und organisieren, aber auch viel dringend benötigte Lazyness. Pollys Sommer kann man in etwa so zusammenfassen: Planschen, planschen, planschen, barfuß und singend durch die Gegend hüpfen (beides ist gerade der Renner), konstant klebrige Obst-Hände (und Haare und Lippen und Backen), kaum bis gar nichts an und natürlich: Viel spielen und kuscheln. Ich würde sagen: Dieser Sommer war genau wie er sein sollte.

Nachdem wir uns also einige Wochen lang die Bäuche hauptsächlich mit simplen, spontan zusammengewürfelten Abendessen (Salate, Nudeln und belegte Brote mit allerlei frischer Sommer-Ausbeute aus Omas Garten wie Tomaten, Gurken, Zucchini etc.) voll geschlagen haben, muss ich gestehen, dass ich mich auf wieder etwas mehr Struktur und Abwechslung gefreut habe. Nicht nur in der Küche, auch unser geliebter Rhythmus durfte langsam aber sicher wieder einkehren und so langsam kommt die erste Frühherbst-Vorfreude auf. Da wurden schon die ersten Äpfel gegessen, der erste Kürbis wartet bereits im Körbchen und die Bienenwachskerzen sind frisch eingetroffen. Ebenso wanderte unsere Spätsommer-Minestrone auf den Menüplan für kommende Woche. Der Herbst ist meist auch eine Zeit des Loslassens, nicht nur im Kopf, sondern auch bezogen auf Materielles und so werden wir in den nächsten Wochen die Kleiderschränke aussortieren und die regionalen Warentauschtage nutzen, um mal wieder durch unsere Küchenschränke und Vitrinen zu stöbern und Platz zu machen. Obwohl wir nun ja schon eine ganze Weile unsere Neuanschaffungen eher selten und mit Bedacht auswählen, gibt es doch jedes Mal wieder überraschend viel, was meist nur vor sich hin dümpelt und stattdessen lieber andere Menschen erfreuen kann und soll. Ansonsten möchten wir natürlich möglichst viele sonnenreiche Spätsommertage mit Polly noch draußen genießen, den ersten Apfelkuchen backen und Kastanien sammeln. Ach, wie liebe ich diesen Übergang von Sommer zu Herbst. Auch, wenn es vielleicht erst mal ein wenig langsamer als sonst weiter geht – es ist schön, wieder hier zu sein.

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1 Kommentar

  • Antworten Hannah 14. September 2018 at 9:34

    Liebe Dani,
    wie schön auch hier wieder von euch zu lesen und deine wunderschönen Stillebenfotos nochmal zu bewundern!
    Die Minestrone habe ich mir auch vorgemerkt – die klingt sehr, sehr gut und gerade recht für ein wohliges Abendessen zu-HAUSE 😉 Ganz liebe Grüße und bis bald! Hannah

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